Les Contes D'Hoffmann
J. Offenbach 

Staatstheater Wiesbaden
Premiere am 10. Oktober 2026

Musikal. Leitung Paul Taubitz
Regie, Bühne, Kostüme Dennis Krauß
Choreografie und szenische Mitarbeit Gal Feffermann
Dramaturgie Hannah Kneißler, Frederike Pank
Licht Oliver Porst

Fotos (C) Max Borchardt, Lukas Anton
„Artistik, Akrobatik, schwarzer Humor: Dennis Krauß sorgt mit „Hoffmanns Erzählungen“ am Staatstheater für einen starken Start in die Opernsaison. […] Der Künstler ist tief gesunken, in die Niederungen des Kunsthandwerks. Für kleines Geld bietet er vor einem Zirkuszelt seine Dienste an, neben dem Imbissstand und der Bude zum Dosenwerfen. Wer ihm drei Wörter zuruft, dem tippt er auf seiner altmodischen Schreibmaschine im Handumdrehen ein Gedicht. […] Drei Geschichten von Leid und Liebe später […] hat er viel mehr Erfolg, stehen die Leute Schlange vor ihm, vor seinen eigenen kleinen Erzählungen. Und Jacques Offenbachs unvollendet gebliebenes letztes Bühnenwerk endet einmal nicht im letalen Vollrausch eines selbstmitleidig scheiternden Künstlers. Sondern hoffnungsvoll, heiter, spielerisch. So wie die mitreißende, kurzweilige, rundum so sehens- wie hörenswerte und nicht zuletzt preisgekrönte Neuproduktion dieser „Opéra fantastique“ […] Regie, Bühne, Kostüme: Dennis Krauß. 1991 in Berlin geboren und dort auch ausgebildet, hat er Inszenierung und Ausstattung aus einer Hand entworfen, für sein Konzept ist er 2025 mit dem Europäischen Opernregiepreis ausgezeichnet worden […] Krauß sowie seine Choreographin und Regie-Mitarbeiterin Gal Fefferman machen aus der Oper mit ihren Erzählungen des romantischen Dichters E.T.A. Hoffmann ein Spektakel, das den erfahrenen, mit scharfem bis schwarzem Humor gesegneten Operettenkomponisten Offenbach keineswegs leugnet. Die von der Titelfigur Hoffmann hoffnungslos begehrte Operndiva Stella ist hier eine Zirkusprinzessin. Und die drei Frauen, die im Mittelpunkt seiner Geschichten stehen […] erscheinen ihm nicht in der Gegenwart, sondern, um ein Jahrhundert verrückt, in einer nostalgischen Vergangenheit, wie auf kleinen Jahrmarktsbühnen, die sich auf die große Bühne schieben. Akrobatik und Artistik vitalisieren diese Bilder enorm […] Das Rot als dominierende Farbe der Ausstattung, die von der Zirkuszelt-Leuchtschrift „Carnaval des Rêves“ über die hüpfenden Fräcke des Opernchors bis zu den zerzausten Haaren der Olympia alles in eine grelle Traumwelt rückt, findet sich auch auf der Bühne des Rats Krespel, hier ein Zauberkünstler, dem ausgerechnet das Zerteilen der eigenen Tochter Antonia blutig missglückt […] Bis zum Auftritt von Antonias untoter Zombie-Mutter nimmt die Szene am kräftigsten Fahrt auf und bietet mit ihrem schwarzen Humor einen spannungsvollen Kontrast zur musikalisch lyrischen, aber nicht preisgegebenen Prägung dieses Mittelakts. […] In Wiesbaden jubelt am Ende das hingerissene Publikum.“